SEPHARDISCHE LYRIK DES MITTELALTERS
Das Repertoire der sephardischen Romanzen und Liedern gehört sicherlich zu den reichsten, ältesten und komplexesten im jüdischen Kulturerbe. Es grenzt an ein Wunder, dass diese Tradition trotz der Vertreibung im Jahr 1492 aus Spanien bis in unsere Zeit überleben konnte. Im Osmanischen Reich besonders in den Gebieten von Nordafrika und dem Balkan konnte sich diese Tradition des spanischen-sephardischen Judentums entwickeln. Gesungen in Hebräisch, Aramäisch, Arabisch und Ladino, vermischen sich in den Gesängen Liebeslied und Gebet zu einer leidenschaftlichen Botschaft. Das Ensemble Harel-Ben David, gegründet in Paris von drei israelischen Musikern, unter ihnen Nima Ben David - ausgewiesene Spezialistin für jüdische Musik des Altertums, übermittelt uns diese Botschaft auf eindringliche und durchaus authentische Weise.
Am Freitag, 24. Juni, findet um 17 Uhr in Zusammenarbeit mit „Synagoge Memmelsdorf e.V“ in der Synagoge ein persönliches Gespräch mit den israelischen Künstlern statt. Sie geben Erklärungen zur sephardischen Musik, zu den Inhalten der Liedtexte, zu den Sprachen Ladino, Arabisch und Hebräisch, zu den historischen Instrumenten und zur deren Spielweise.
In diesem Zusammenhang wird auch das Sprachgenie Friedrich Rückert beleuchtet, der fließend arabisch und hebräisch sprach. Der große Poet wurde in Schweinfurt geboren und ist der Begründer der deutschen Orientalistik. Seine Beziehung zum Judentum drückt sich unter anderem in einem gewissen Brief Rückerts über seinen Besuch der jüdischen Gemeinde im Dorf Wonfurt aus. Dort wurde gerade das Laubhüttenfest gefeiert und Friedrich Rückert als geehrter Gast wegen seiner Hebräisch Kenntnisse bewundert.